Stralsund: Verein will sich um Schließung weiterer Baulücken kümmern.
Stralsund -. "Dass sich in der Stralsunder Altstadt in den letzten Jahren viel getan hat, registriert man als Einheimischer oft gar nicht. Wenn man aber nach längerer Abwesenheit mal wieder mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht man, wie viel Schönes schon entstanden ist. Und ich freue mich, auch einen Teil dazu beigetragen zu haben", meint der gebürtige Stralsunder Fred Muhsal, der in Waren/Müritz lebt.
Als Bauherr der Giebelhäuser Mönchstraße 52-54 bekam er für die Sanierung vom Bürgerkomitee "Rettet die Altstadt Stralsund" das Koggensiegel überreicht. Ursprünglich wollte er nur ein Haus erwerben.
Doch nach langen Gesprächen mit der Stadterneuerungsgesellschaft entschloss er sich zum Kauf aller drei Gebäude.
Das hatte durchaus seine Vorteile. "Die Kemläden der Häuser 53 und 54 konnten verbunden werden, was die Vermietung auch erleichtert hat." 22 Wohnungen zwischen 34 und 200 Quadratmetern Wohnfläche sind entstanden, wovon fast alle vermietet sind. Jetzt widmet er sich der Sanierung der Mönchstraße 57.
Dass es in der Altstadt vorangeht, kann Dr. Dieter Bartels als Vorsitzender des Vereins nur bestätigen: "Die letzte Sichtung hat nur noch 35 gefährdete Gebäude ergeben. Es gab Zeiten, da standen 200 Häuser auf der Liste. Allerdings wachsen die Ruinen auch wieder nach."
Auch die Knieperstraße 17 und die Marienchorstraße 3 konnten von dieser Liste gestrichen werden und dürfen sich nun mit dem Koggensiegel schmücken. Karl Niemann wollte die Häuserzeile endlich komplett machen und nahm sich nach Knieperstraße 15 und 16 nun auch der lange Zeit nur Stützhaus genannten Nummer 17 an.
Hier leben die neuen Bewohner Adriana und Rolf Duhnke seit Mai dieses Jahres auf etwa 270 ms über drei Etagen. "Wir vermieten in Zingst Ferienwohnungen und kannten daher auch Stralsund. Aber hier hat sich wirklich viel verändert. Als wir von der Sanierung dieses Gebäudes erfuhren, haben wir uns zum Umzug von Schleswig-Holstein nach Stralsund entschieden und sofort den Mietvertrag unterschrieben.
Wir sind von der Altstadt einfach begeistert", erklärt Adriana Duhnke.
Jedoch konnte bei diesem Gebäude nur noch die Fassade erhalten werden. Die Rückseite war leider nicht mehr zu retten. "Das gab aber die Möglichkeit, zur Hofseite - die ja auch die Sonnenseite ist - große Fensterfronten einzubauen um genug Licht einzulassen", hebt Karl Niemann hervor. Reinhard Prothmann, dem schon das Haus in der Marienchorstraße 4 gehört, erging es ähnlich mit seinem Nachbargebäude. "Der Verfall direkt nebenan war nicht mehr mit anzusehen", meint der Bauingenieur, der schon für die Sanierung der Badenstraße 24-25 und der Frankenstraße 36 das Koggensiegel bekam.
Das ursprünglich aus zwei Häusern bestehende Gebäude Marienchorstraße 3 beherbergt jetzt vier Wohnungen, die zum Jahresbeginn bezogen werden. Stolz ist er auf die erhaltenen Haus- und Wohnungstüren.
Doch genug Arbeit gibt es für das Bürgerkomitee "Rettet die Altstadt" trotz allem noch. "Wir müssen uns in Zukunft mehr um die Schließung der unansehnlichen Baulücken kümmern", zeigt sich Dieter Bartels besorgt.
Foto: Die Marienstraße 3. Hier ist der Bezug des frisch sanierten Gebäudes Anfang des kommenden Jahres geplant.
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